Bleek, W.H.I. / Lloyd, L.C.: Mythen und Märchen der
Buschmann-Völker. Fr. 27.00
Daimon (2003), 138 S., Kt.
Die Mythen und Märchen, die wir in diesem Buch kennenlernen, sind
in den Jahren 1870 bis 1884 von Wilhelm Heinrich Immanuel Bleek und Lucy
Catherine Lloyd niedergeschrieben worden, so wie sie ihnen von den
Buschmann-Völkern in Südafrika erzählt wurden.
Sie zeigen uns ein Volk auf einer frühen Kulturstufe, deren Weltanschauungen
man leider allzu lange als primitiv und einfältig betrachtete. Der Sammlung von
Bleek und Lloyd kommt nun das grosse Verdienst zu, diese problematische
Einschätzung gründlich zu revidieren. Mit ihren Aufzeichnungen konnten die
Herausgeber ein kostbares Erbe von Völkerstämmen retten helfen, die inzwischen
teilweise durch Genozid ausgelöscht worden sind.
Diop, Birago: Geistertöchter. Fr.
29.80
Die Geschichten des Amadou Koumba. Mit einem Nachwort v. Janos Riesz. Hammer (1998), 314 S., Kt.
Birago Diop verbrachte seine Kindheit in Dakar im Schoss einer
Grossfamilie am Anfang des Jahrhunderts. Er studierte in Toulouse/Frankreich
Veterinärmedizin und arbeitete später im damaligen Französisch-Westafrika als
Kolonialverwalter.
Sein Umfeld in Frankreich, vor allem in Paris, bot die Anregung dazu, die ihm
seit seiner Kindheit vertrauten, mündlich überlieferten Erzählungen Westafrikas
aufzugreifen und für den Geschmack einer auch weissen Leserschaft
aufzubereiten. Den entscheidenden Anstoss verdankte er dem Geschichtenerzähler
der Familie seiner Mutter, Amadou Koumba N'Gom, dem er im Verlauf seines Lebens
wiederbegegnete und der ihm zur nötigen Identität als Schwarzer verhalf, zum
Eins-Werden mit den Vorfahren.
1947 erschien der erste Band seiner "Geschichten des Amadu Koumba",
das vorliegende Buch ist die erste deutschsprachige Gesamtausgabe.
Von den dreissig erzählten, afrikanischen Geschichten handeln achtzehn in der
Menschenwelt, zwölf sind reine Fabeln. Sie können als "Lehrbuch
vielfältigen Wissens" gesehen werden oder einfacher, als Mittel zur
Erziehung der Kinder. Ununterbrochen wird Wissen vermittelt. Bildungs-Wissen
auf der einen Seite, ethisches und moralisches Wissen auf der anderen Seite.
Wissen, was sich gehört und was nicht, was der einzelne zu tun und zu lassen
hat in der afrikanischen Gesellschaft.
Es wird politisches Wissen vermittelt, geographisches Wissen wird mitgeteilt
bei den Reisen verschiedener Protagonisten. Naturwissen erscheint in den
Eigenschaften von Pflanzen und Tieren. Historisches Wissen von der Geschichte
der Menschen, ihrer Kriege und Wanderungen, versucht Mama Kaiman ihren
zahlreichen Kindern und Enkeln beizubringen, doch die jungen Kaimane
interessieren sich nicht dafür, zu ihrem Unglück.
Ein weiteres Lernziel ist die Kenntnis der Spielregeln, der Codes. Vor allem in
den Tierfabeln durch die Eigenschaften und das Verhalten der Beteiligten. Wie
in der europäischen Tierfabel der Wolf dumm und der Fuchs schlau ist, so sind
in den Erzählungen der westafrikanischen Savanne der Hase schlau, die Hyäne
dumm und gefrässig, der Affe naschhaft und hinterlistig, der Papagei ein
Schwatzmaul usw. Daneben gibt es das
soziale Wissen, das sich aus der Art, wie Lob und Tadel, Lohn und Strafe
verteilt werden, ableiten lässt.
Die Moral beschänkt sich jedoch nie auf den Endpunkt der Erzählung, wie in
europäischen Fabeln, sondern enthält auch in ihrem Verlauf viele nützliche
Lehren für's Leben.
Für mich bedeuten die Geschichten ein Stück lebendige Ethnologie. Sie sind
spannend und meistens spitz pointiert. Die Tiere und ihre Namen bleiben gleich
und ziehen sich wie ein roter Faden bis ans Ende des Buches. Dadurch bildet
sich eine Vertrautheit und eine Neugier auf das, was noch kommen mag. Es sprüht
von schillernden Farben, ist voll mit Gerüchen, Schreien und Gelächter des
sinnlichen Afrikas. Die Menschlichkeit der menschlichen Protagonisten und derer
aus dem Tierreich, ist deutlich herausgearbeitet in diesem Netz des Lebens, von
dem Birago Diop sagt: Ich, ein ungeschickter Weber, habe in das feste Gewebe
der Geschichten - dessen untadelige Fäden ich nutzte - mit zögerndem Schiffchen
einigen Streifen weben wollen, um ein Tuch zu fertigen, in dem Grossmutter die
Baumwolle gefunden hätte, die sie als erste spann; und Amadou Koumba würde
darin den - zweifellos viel weniger lebhaften - Farbenglanz der schönen Stoffe
wiedererkennen, die er einst für mich webte.
Wenn Sie Fabeln mögen, dann lauschen doch auch Sie der Stimme Amadou Koumbas.
(Susanne Thaler)
Frommlet, Wolfram: Mond und Morgenstern. Fr.
36.00
Eine Schöpfungsgeschichte aus Afrika.
Illustr. von Henning Wagenbreth. Hammer (1999), 46 S., Gb.
Kitereza, Aniceti: Wie es dazu kam, dass Männer und
Frauen zusammen leben. Fr.
23.50
Mit Fotos von Jörg Heynkes. Hammer (1999), 48 S., Gb.
Mandela, Nelson: Meine afrikanischen Lieblingsmärchen. Fr.
34.90
Aus dem Englischen von Matthias Wolf. Beck
(2004), 183 S., HLn.
Nelson Mandelas Lieblingsmärchen, die er aus den verschiedenen
Ländern Afrikas zusammengetragen hat, geben Einblick in eine exotische, oftmals
mythische Welt. Die Geschichten erzählen von dem fliegenden Hasen Mmutla, von
dem Jäger Mthiyane, der in eine Schlange mit sieben Köpfen verwandelt wird, und
von dem lockenden Zaubergesang eines prächtigen Vogels, dem nur die Kinder
widerstehen können. Bei einigen Erzählungen handelt es sich um Schöpfungsmythen,
in denen man erfährt, wie der Mond entstand, weshalb die Tiere Hörner und
Schwänze bekamen und warum die Katze ein zahmes Haustier wurde. Die Geschichten
bezaubern durch ihre poetische und farbenfrohe Sprache, die dem Leser die Welt
Afrikas plastisch vor Augen führt.
Mandela, Nelson: Meine afrikanischen Lieblingsmärchen. Fr.
17.40
Aus dem Englischen von Matthias Wolf. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen
und Vignetten. DTV (2006), 192 S. dtv 20924, Kt.
Nelson Mandelas Lieblingsmärchen, die er aus den verschiedenen
Ländern Afrikas zusammengetragen hat, geben Einblick in eine exotische, oftmals
mythische Welt. Die Geschichten erzählen von dem fliegenden Hasen Mmutla, von
dem Jäger Mthiyane, der in eineSchlange mit sieben Köpfen verwandelt wird, und
von dem lockenden Zaubergesang eines prächtigen Vogels, dem nur die Kinder
widerstehen können. Bei einigen Erzählungen handelt es sich um
Schöpfungsmythen, in denen man erfährt, wie der Mond entstand, weshalb die
Tiere Hörner und Schwänze bekamen und warum die Katze ein zahmes Haustier
wurde. Die Geschichten bezaubern durch ihre poetische und farbenfrohe Sprache,
die dem Leser die Welt Afrikas plastisch vor Augen führt.
Pharao Cheops und der Magier. Fr.
35.20
Altägyptische Märchen und Erzählungen. Aus dem Hieroglyphischen, Demotischen
und Altgriechischen übersetzt und mit einem Nachwort von Karlheinz Schüssler.
Mit 8 farbigen Bildtafeln. Manesse (2003), 251 S., Gb.
Die altägyptische Erzählkunst gestaltet schlichte volkstümliche
Stoffe ebenso wie hochpoetische Motive. Wir begegnen Stammesfürsten, Königinnen
und Bauern, Schiffbrüchigen und Beduinen, Oberpriestern und Meisterdieben,
verzauberten Krokodilen, Geistern und Göttern. Der mit acht farbigen Bildtafeln
geschmückte Band erweckt das alte Pharaonenreich in bezaubernder Buntheit zu
neuem Leben.
Schmidt, Sigrid: Als die Tiere noch Menschen waren. Fr.
29.80
Urzeit- und Trickstergeschichter der Damara und Nama in Namibia. Köppe, R. (1995), 256 S., Kt.
Schmidt, Sigrid: Aschenputtel und Eulenspiegel in
Afrika. Fr.
29.80
Entlehntes Erzählgut der Nama und Damara in Namibia. Köppe, R. (1991), 255 S., Kt.
Schmidt, Sigrid: Sagen und Schwänke in Afrika. Fr.
29.80
Erzählungen der Damara und Nama.
Köppe, R. (1997), 245 S., Kt.
Schmidt, Sigrid: Tiergeschichten in Afrika. Fr.
29.80
Erzählungen der Damara und Nama.
Köppe, R. (1996), 256 S., Kt.
Schmidt, Sigrid: Zaubermärchen in Afrika. Fr.
29.80
Erzählungen der Damara und Nama.
Köppe, R. (1994), 272 S., Kt.
Das Zuckerrohr der Königin. Fr.
16.50
Unionsvlg (1998), 199 S. UT 129, Kt.